Malta – Felsen im Mittelmeer

 Kleines Land mit grandiosen Sehenswürdigkeiten, die 10 besten:

1. Hypogäum: Drei Etagen unter der Erde

Ganz Malta atmet Geschichte aus. Zu den Highlights gehört unbedingt das Hypogäum von Hal Saflieni. Die einzige vollständig erhaltene Kultstätte aus der Jungsteinzeit ist ein gigantischer, unterirdischer Begräbnisplatz. Bei seiner Ausgrabung entdeckten die Archäologen 7000 menschliche Skelette. Die Grundfläche beträgt 500 Quadratmeter. Drei Geschosse sind bis zu 14 Meter tief in den Fels getrieben worden – und das mit einfachsten Werkzeugen aus Stein. Reste von Wandmalereien mit Ranken- und Spiralmotiven lassen auf kultische Handlungen schließen. Der berühmteste Fund im Hypogäum war die „Schlafende Venus“, eine Steinstatuette einer schlafenden, dicklichen Frau. Vermutlich beteten die Malteser der Steinzeit eine Muttergottheit an.

2. Megalithtempel Ggantija: Ein Tempel aus Riesensteinen

Auf Malta sind noch 23 Tempelanlagen aus einer Zeit von 4500 bis 2500 vor Christus, der Jungsteinzeit, zu finden. Einige sind aus Riesensteinen erbaut, weshalb sie auch Megalithtempel genannt werden. Wer während des Sprachurlaubs nur einen schafft, sollte unbedingt nach Gozo fahren. Als die am besten erhaltene megalithische Tempelanlage gilt die von Ggantija mitten auf der kleineren Insel. Der Tempel besitzt den typischen Aufbau der neueren maltesischen Tempelphase: einen breiten Mittelgang, von dem fünf nierenförmige Räume oder Apsiden abgehen. In einem der Räume ist ein besonders schöner Trilithaltar zu sehen. Nach einer Legende soll eine Riesin die Tempel in einer Nacht erbaut haben, mit ihrem Kind im Arm.

3. Tempelkomplex von Mnajdra: Einen magischen Moment erleben

Viele der Tempel sind nach dem Sonnenstand ausgerichtet. Besonders eindrucksvoll und magisch ist die Sommersonnenwende in der Tempelanlage von Mnajdra. Wenn sich die Sonne genau am 21. Juli, dem Sommeranfang, über den Horizont erhebt, fällt ihr erster Strahl mitten hinein in den Tempel und lässt ihn mystisch erstrahlen. Um den erhabenen Moment erleben zu können, muss man sich früh genug anmelden und ganz früh aufstehen.

4. St. Agatha Katakomben: Christlicher Begräbnisplatz mit Gruselfaktor

Als die Christen auf die Inseln kamen, beerdigten sie ihre Verstorbenen ebenfalls unterirdisch – in Katakomben. Die St. Agatha Katakomben in Rabat sind ungefähr im Jahre 200 entstanden und absolut sehenswert. Ihre Wandmalereien stammen aus spätrömischer und mittelalterlicher Zeit: Pelikane als Symbol Christi und Pfaue als Verkörperung des ewigen Lebens. 13 Darstellungen zeigen das Leben der heiligen Agatha, die sich im Jahre 248 in diesen Katakomben vor ihrer Verfolgung versteckt haben soll. Als sie nach Sizilien zurückkehrte, trennte man ihr die Brüste ab und sie starb als Märtyrerin. Auf den Wandmalereien ist das dokumentiert: Agatha ist mit einer Schale in der Hand zu sehen, auf der ihre beiden Brüste liegen. Gruselig!

5. Großmeisterpalast: Vom Großmeister bis zum Präsidenten

Die Hauptstadt Valletta ist mit seiner Festungsarchitektur aus der Zeit der Ordensritter schon ein Highlight. Herausstechend ist als größter Profanbau der Hauptstadt der beeindruckende Palast der Großmeister des Johanniter-Ordens. Gebaut wurde der zweistöckige Herrschaftssitz im 16. Jahrhundert. Eine strenge Fassade und verspielte, große Innenhöfe machen den Charme des Gebäudes aus. Zunächst residierte der Großmeister des Ordens dort, während der britischen Kolonialherrschaft die Gouverneure, heute tagt hier das maltesische Parlament und er dient als Amtssitz des maltesischen Staatspräsidenten. Teile sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Unbedingt besichtigen!

6. Ghajn Tuffieha Bay: Kleiner Sandstrand in grandioser Natur

Die Klippen der Westküste fallen beeindruckend steil ab. Selten findet sich hier ein Stückchen Strand. Die Gajn Tuffieha Bay macht hier die Ausnahme. Umgeben von malerischen Felsen leuchtet unten der goldene Sand. Über eine Treppe erreicht man den 200 Meter langen Sandstrand. Hier kann man die Ruhe und noch unberührte Natur genießen.

7. Dwejra: Tauchen am Blauen Loch

Tauchfans sollten unbedingt im Westen von Gozo ist das Blaue Loch tauchen. In kaum einer Liste der besten Tauchspots Europas fehlt es. Türkis schimmerndes Wasser, Höhlen und Korallen sind Lebensraum für zahlreiches Meeresgetier. Bunte Seeanemonen, Kraken und Fischschwärme begleiten die Taucherinnen und Taucher in die Tiefe.

8. Marsaxlokk: Fischerboote und der größte Markt Maltas

Im Süden Maltas dümpeln farbenfroh gestrichene Boote im Wasser, die typisch maltesischen Luzzus. Hier liegt das idyllische Dorf Marsaxlokk. Sonntag Vormittag findet der größte Wochenmarkt Maltas entlang des Hafens statt.

9. Paceville: Die ganze Nacht durchfeiern

Auf der einen Seite Romantik an einer pittoresken Strandpromenade und auf der anderen Seite Clubs und Diskos, die sich auf die Straße ausdehnen. Das ist Feiern auf maltesisch. Paceville ist der ultimative Hotspot Maltas für Partys ohne Ende. Für Nachteulen ein absolutes Muss.

10. Malta: Eine laute, turbulente Festa besuchen

Von Mai bis September feiert mindestens einer der Orte auf den maltesischen Inseln seine Festa zu Ehren des oder der Patronatsheiligen. Schon Tage vorher sind die Straßen geschmückt mit kostbaren, bunten Tüchern. Heiligenfiguren säumen die Straßen und die Clubbands der Orte ziehen mit Blasmusik durch die verwinkelten Gassen. Am Heiligenfesttag wird die Heiligenstatue festlich durch die Straßen des Ortes getragen, die Band spielt, Konfetti fliegt in Mengen und als Höhepunkt ein gigantisches, mehrstündiges Feuerwerk gezündet. Auf jeden Fall sollte man eine der Festas besuchen, sonst kann man unter Maltafans nicht mitreden.

Reiseführer

Hans E. Latzke: Malta, Gozo, Comino, Dumont Reise Taschenbuch
Der Autor kennt Malta gut und beschenkt die LeserInnen mit vielen, auch außergewöhnlichen Tipps. Besonders die archäologischen Stätten hat er trotz des trockenen Stoffs anschaulich beschrieben. Das Buch ist zwar keine literarische Perle, enthält aber dafür eine riesige Menge an Informationen in Taschenbuchformat.

Peter G. Lemon: Scuba diving Malta Gozo Comino, Deltor Ltd, 4.Auflage 2016
Der beste Tauchführer für den maltesischen Archipel. Autor Peter G. Lemon ist ein hervorragender Kenner aller Tauchspots und bringt seine Erfahrungen aus 1500 Tauchgängen und 25 Jahren ein. Die Tauchplätze sind ausführlich beschrieben und bebildert. 3D-Illustrationen geben wertvolle Informationen für einen sicheren Tauchgang. Über die eigene Website http://www.scubadivingmalta.co.uk ist das Buch und sind sogar Updates erhältlich. 

Advertisements