Tanz und Bewegung

Revolution der Bewegung

WegbereiterInnen der Postmoderne und seinem Minimalismus waren der Modern Dance in USA und GB und der Ausdruckstanz in Deutschland, die als Gegenbewegung zum Klassischen Ballett bereits in den 1920er Jahren entstanden und die Kunstwelt provozierten. Daraus haben sich in den 1960er und 70er Jahren verschiedene Ausdrucksformen des Körpers entwickelt. Post Modern Dance, New Dance, Tanztheater, choreografisches Theater, choreografische Oper, neuer Tanz, Contact Improvisation, physical theatre. Immer mehr haben die Künstlerinnen und Künstler auch asiatische Tanzformen und Kampfsporttechniken wie Butoh, Tai Chi oder Aikido und südamerikanische wie Capoeira in den künstlerischen, zeitgenössischen Tanz integriert.
Die Tänzerin, Choreografin und Filmemacherin Yvonne Rainer setzte dem Tanz der 60er Jahre wiederum ein Ziel: »We had to find a different way to move« Eine andere Art der Bewegung fanden die Tänzerinnen und Tänzer der Zeit, indem sie sich anderen künstlerischen Ausdrucksformen öffneten. Mit ihrer Performance Trio A revolutionierte Rainer die Tanzszene. Weitere schlossen sich an, wie Trisha Brown, Lucinda Childs, Simone Forti, Anna Halprin oder Steve Paxton, und definierten den Tanz neu. Die Pioniere dieser Bewegung fanden innovative Wege, um Bereiche wie Tanz und Musik, Schriftstellerei sowie Film und Video unter dem Einfluss der Minimal Art zu revolutionieren und ihnen gleichzeitig eine politische Aussagekraft zu verleihen. So prägte der Post Modern Dance weltweit die Bildende Kunst und die Performance Kunst, insbesondere die Minimal-Art-Künstlerinnen und Künstler sind von dieser Bewegung beeinflusst.
Der bebilderte Katalog „A different way to move“ ist nicht nur ein Dokument der hervorragenden Ausstellung, die bis Mitte September 2017 im Rahmen des 40jährigen Jubiläums des Centre Pompidou im musee carre in Nizza zu sehen war. Er versammelt neben Essays zu den Ideen und Visionen des American Post Dance auch neu publizierte Originaltexte der Protagonisten zu ihrem künstlerischen Aufbruch. Ein sehens- und lesenswertes Buch auch unabhängig von der Ausstellung.
Katalog zu Minimalismus New York 1960/70

A Different Way to Move
Minimalismes, New York, 1960–1980

Hrsg. Marcella Lista, Text(e) von Elizabeth Kotz, Marcella Lista, Corinne Rondeau, Susan Rosenberg

Englisch, Französisch

Hatje-Cantz, 2017. 224 Seiten, 150 Abb.

ISBN 978-3-7757-4291-7

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